Take Aways vom Strategiegipfel Marketing & Digital Marketing – Content bleibt King!

Am 21./22. November habe ich am Strategiegipfel Marketing und Digital Marketing der Project Networks GmbH in Berlin teilgenommen.

Dass laut Veranstalter die Digitale Transformation in den Unternehmen „innerhalb der Marketingorganisationen  ihren Anfang nimmt und von dort in das gesamte Unternehmen getragen wird“ ist nicht mehr wirklich etwas Neues. Auch dass die Online Nutzung weiter steigt und auch mobile Commerce an Bedeutung zunimmt dürfte nicht wirklich überraschend sein. Darum war ich gespannt, ob es zu den Themen Strategie, Omnichannel und Digital Touchpoints konkrete Ansätze geben würde.

Tatsächlich war es sehr interessant, was die Referenten in den Vorträgen und Workshops aus der Praxis geteilt haben und ich denke jeder Teilnehmer konnte eine oder mehrere Denkanstöße mit ins das eigene Unternehmen zurücknehmen.

Für mich persönlich war es erfreulich zu sehen, dass Content noch immer King ist und einen wesentlichen Anteil an der digitalen Strategie der Unternehmen einnimmt, egal in welcher Branche. Sei es bei einer Neuausrichtung des Brands bei einem Unternehmen aus dem Agrarsektor wie HORSCH Maschinen GmbH, bei einer führenden Bank wie der UBS AG, der Kommunikationsstrategie bei Daimler oder im eMailmarketing der FlixMobility GmbH.

Content Marketing baut in der digitalen Welt also seine Stellung als Strategie zur Leadgenerierung und zum Brandbuilding weiter aus. Der Erfolg von paid, owned and earned Content lässt sich immer besser messen und als ROI abbilden.

Allerdings ist es auch deutlich geworden, dass die Erstellung von Content zunehmend zum Bottleneck wird und durch den zunehmenden Aufwand ein wesentlicher Kostentreiber im Marketing.

Content Everywhere und die Customer Experience

Customer Experience

Ich habe bereits in früheren Beiträgen über die Customer Experience und ihre Relevanz für den Geschäftserfolg der Unternehmen geschrieben. Ein wesentlicher Punkt dabei war, dass die Customer Experience die gesamte Customer Journey betrifft und genau an dieser Stelle wird auch die enge Verzahnung mit Content Everywhere deutlich.

Content Everywhere

Ein Content-Everywhere-Ansatz ist der zielgerichtete Einsatz von Inhalten in allen Kanäle und an allen Touchpoints zur richtigen Zeit für eine personalisierte Interaktion ohne Streuverluste. Also ist Content Everywhere die praktische Umsetzung der Customer Experience an den Touchpoints der Customer Journey.

Kunden geben Touchpoints vor – Unternehmen laufen hinterher

Bezüglich der Wahl der digitalen Kommunikationswege sind Kunden den Unternehmen oft einen Schritt voraus. Sie bewegen sich versiert durch die digitale Welt, geben somit vor, wohin Inhalte gelenkt werden müssen, und die Unternehmen müssen darauf reagieren. Das umfasst einerseits „konservative“ Kundenansprache wie Webseiten, die etablierten Social Media-Kanäle und Mailings, die in der Regel schon längst bespielt werden. Hier sind die methodischen Herausforderungen bekannt und vielfach bereits gemeistert. Weitaus schwieriger sind die immer neuen Kanäle, die immer schneller Relevanz erlangen und Marketing sowie Kommunikationsabteilungen eine neue Strategie abverlangen. Dazu zählen Smart Devices und Digital Signage im Internet of Things, mobile Apps oder neue soziale Netzwerke.

Ein konkretes Beispiel für Content Everywhere: Autokauf

Um sich zu informieren, recherchiert der Kunde zunächst im Netz – mal auf dem PC zu Hause, mal unterwegs auf dem Handy, auf der Händlerseite, in Nutzerreviews und den sozialen Medien. Er sieht sich Videos an und Ausstattungslisten. Online kann er bereits seinen Lieblingswagen konfigurieren. Er bekommt per Retargeting personalisierte Werbung und erhält Newsletter mit Angeboten zu seiner Suche von verschiedenen Händlern. Er ist am POS und sieht verschiedene Ausstattungsvarianten über Digital Signage. Nach der Bestellung bekommt er E-Mails, um die Vorfreude auf sein neues Auto zu steigern. Als er sein Auto dann beim Händler abholt, wird er auf Bildschirmen persönlich begrüßt. Es folgen Mails, um mit dem Kunden in Kontakt zu bleiben, und die ihm zusätzliche Informationen an die Hand geben. Damit nicht genug: Auch im Auto selbst sind die Informationen, die der Fahrer angezeigt bekommt, immer mehr auf seine Bedürfnisse und Interessen zugeschnitten. Der Kunde bekommt maßgeschneiderte Informationen zu Wartungsintervallen, zu Öl- oder Reifenwechsel, Informationen zu den besuchten Orten, zum Wetter, Nachrichten, Restaurantempfehlungen und weiteren personalisierten Content.

Unternehmen müssen Wege finden, um diese Kundenanforderungen zu erfüllen. Nur die Unternehmen denen das gelingt werden in unserer zunehmend digitalen Welt auch in Zukunft noch erfolgreich sein.