Charles Darwin und die Digitale Transformation

Digitaler Darwinismus

Einer der Grundgedanken von Charles Darwins Evolutionstheorie war „Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt auch nicht die intelligenteste sondern eher diejenige die am ehesten bereit ist sich zu verändern.“ Diese Aussage lässt sich im Rahmen der Digitalen Transformation auch auf die Unternehmenswelt übertragen. Brian Solis hat das sehr passend unter dem Schlagwort „Digitaler Darwinismus“ beschrieben: „Technologien und die Gesellschaft verändern sich schneller, als Unternehmen in der Lage sind sich anzupassen“

In seinem Beitrag „What’s the future of Business: Changing the way business create experiences“ finden sich interessante Zahlen, die diesen zunehmenden „evolutionären“ Druck beschreiben. Brian Solis hat dafür die Forbes 1000, eine Liste der weltweit 1000 größten Unternehmen, aus den vergangenen Jahrzehnten analysiert um festzustellen, in welchem Maße bestehende Unternehmen verdrängt wurden. Das Ergebnis ist zwar nicht im Trend, aber doch in seiner Deutlichkeit meiner Ansicht nach recht überraschend.

Anzahl neuer Unternehmen auf der Forbes 1000

1973 bis 1983: 35%

1983 bis 1993: 45%

1993 bis 2013: 60%

2003 bis 2013: 70%

In den 70er und 80er Jahren sind also 350 neue Unternehmen hinzugekommen und 350 Unternehmen aus der Liste heraus gefallen. In den 10 Jahren danach 450, dann 600 und von 2003 bis 2013 700 Unternehmen. Das ist bereits eine unglaublich hohe Zahl, aber tendenziell dürfte das sogar noch weiter steigen. Warum?

Die digitale Transformation beschleunigt den Digitalen Darwinismus

In den 70er, 80er und 90er Jahren waren es in den meisten Fällen Unternehmen aus der gleichen Branche, die sich durch Produktivitätssteigerungen, Expansion, Kostensenkung oder Zukäufe den Weg in die Forbes Liste gebahnt hatten. Durch die Digitalisierung der Wirtschaft und Branchen entstehen heute Wettbewerber, die es entweder noch nicht gegeben hat (Airbnb, Uber,…) oder die aus anderen Branchen in einen bestehenden Markt einbrechen (Apple, Google,…). Diese neuen Wettbewerber werden die Zusammensetzung der Forbes 1000 in Zukunfts nachhaltig verändern und aus den 70% neuer Unternehmen können 80% oder sogar noch mehr über die nächsten Jahre werden.

 

Warum Airbnb und Uber keine Beispiele für die Digitale Transformation sind

Der Unterschied zwischen Digital First und Digitaler Transformation

Airbnb und Uber werden sehr häufig als die Beispiele für Unternehmen präsentiert, die auf Grund von Digitaler Transformation ihre jeweiligen Branchen revolutionieren. Aber das ist falsch. Laut Definition Altimeter Group ist die: „Digitale Transformation die strategische Neuausrichtung und Investition in neue Technologien und Geschäftsmodelle, um dadurch mit den digitalen Kunden an jedem Touchpoint der Customer Journey in einen Dialog treten zu können“

Natürlich sind beide Unternehmen komplett ausgerichtet auf eine positive Kundeninteraktion an allen TouchPoints, aber Airbnb und Uber mussten sich nicht neu ausrichten. Beide Unternehmen waren von Anfang an strategisch ausgerichtet auf Digital First. In der Kommunikation, den Technologien und dem Geschäftsmodell. Und genau das ist der wesentliche Unterschied.

Unternehmen die eine erfolgreiche Digitale Transformation durchlaufen, haben ein analoges Geschäftsmodell gehabt. Sie müssen sich komplett neu erfinden um weiterhin erfolgreich zu sein.